+++ Ein Girokonto ist ein Konto, das bei einem Kreditinstitut (Bank oder Sparkasse) geführt wird.
Im Gegensatz zum Sparkonto, Tagesgeldkonto oder dem
Festgeldkonto dient es der Abwicklung des täglichen, mindestens
aber häufigen und bargeldlosen Zahlungsverkehrs.
Während
früher die Lohntüte dominierte, kann heute auf ein Girokonto
nicht mehr verzichtet werden. Kein Arbeitgeber, keine
Rentenkasse und auch die Arbeitsagentur wäre heute noch
technisch in der Lage, Zahlungen in bar vorzunehmen. Aus diesem
Grunde haben sich Banken und Sparkassen bereits 1955
verpflichtet, jedem Bürger ein Konto zur Verfügung zu stellen,
das jedoch bei mangelnder Kreditwürdigkeit ausschließlich auf
Guthabenbasis geführt werden muss. Heute hat praktisch jeder
Einwohner mit festem Wohnsitz ein Girokonto.
Der Begriff „Girokonto“ erklärt sich wie folgt: Während das Geld bei der Geldanlage auf einem Sparkonto für einen meist vorher bestimmten Zeitraum fest zur Anlage deponiert wird, „kreist“ das Geld auf dem auch - als laufendes Konto bezeichneten - Gehaltskonto ständig zwischen dem Arbeitgeber, der den Nettolohn auszahlt, dem Kontoinhaber oder Arbeitnehmer und den von ihm zu bedienenden Zahlungsempfängern (z.B. Vermieter, Kreditgeber von Ratenkrediten, Versicherungen) zur Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs hin und her, womit sich der Kontostand ständig ändert. Der Begriff Giro (ital. = „Kreis“) stammt aus der italienischen Sprache und ist bei uns auch in anderen Zusammenhängen, z.B. einer weltbekannten Radrundfahrt, dem Giro d`Italia bekannt.
Das Gehaltskonto ist stark verknüpft mit der Euroscheckkarte, der Geldkarte, die für Kleinbeträge geeignet ist, und der Kreditkarte. Übertreffen die Abbuchungen auf Dauer die Gutschriften, nimmt der Kontoinhaber einen Überziehungskredit in Anspruch, der von der Bank auch grundsätzlich als Dispositionskredit bereit gestellt werden kann. Das ist dann eine von vornherein vereinbarte Kreditlinie von bis zu 2-3 Monatsgehältern, in der sich der Kontoinhaber frei bewegen kann, ohne jedes Mal einen Kredit beantragen zu müssen. Dafür ist aber eine vorherige Bonitätsprüfung der Bank und eine Abfrage bei der Schufa obligatorisch. Werden bankübliche Sicherheiten gestellt, können auch höhere Kreditlinien bereitgestellt werden.
Da der Effektivzins solcher Dispokredite meist sehr hoch ist, lohnt es sich, bei einer dauerhaften Kreditinanspruchnahme in einen Ratenkredit umzuschulden. Stehen sogar Sicherheiten zur Verfügung (Immobilien), dann kann mit der Bank über Zinssätze verhandelt werden, die auf dem Niveau von Hypothekendarlehen liegen.
Halten sich Ein- und Auszahlungen in positiver Richtung
dauerhaft nicht die Waage, dann kann und sollte das Geld auf
einem Tages- oder Festgeldkonto geparkt werden, um höhere
Guthabenzinsen zu generieren. Auch dieses Geschäft dominieren
mittlerweile kostengünstige Direktbanken, die hohe Kosten für
ein Filialnetz einsparen und so das Girokonto häufig kostenlos
anbieten können. Insbesondere dann ist das der Fall, wenn der
Kunde mit einer Kontoführung über das Internet einverstanden ist
und dann sogar die Gebühren für den Versand von Kontoauszügen
entfallen. Als Gegenleistung werden auf dem kostenlosen Girokonto üblicherweise keine
Guthabenzinsen gezahlt.
Es gibt aber auch lobenswerte Ausnahmen
Die Redaktion von Ratenzahler empfiehlt das DKB-Cash-Konto mit Guthabenverzinsung
einfach alles kostenlos!
- Girokonto
- VISA-Card
- weltweite Bargeldabhebung
- 3,80 % Verzinsung mit täglicher Verfügbarkeit ab dem ersten Euro
Eben diese Direktbanken bieten gleichzeitig höhere Zinsen für Tagesgeld und längerfristige Geldanlagen. Dennoch sollte man hier ebenso unbedingt ebenso sorgfältig vergleichen wie beim Girokonto. Da die Bargeldversorgung heute fast vollständig über Scheckkarte, Kreditkarte und Geldautomaten abgewickelt wird, können sich die Kosten für diese Transaktionen und Mehrwerte sehr deutlich unterscheiden. Einige Anbieter lassen sich auf diese Weise ein scheinbar kostenloses Girokonto am Ende über Scheckkartengebühren, Kreditkarten- oder Auszahlungsentgelte doch bezahlen, andere Banken hingegen bieten sogar die weltweite kostenfreie Bargeldversorgung über die gratis gestellte Kreditkarte durch eine perfekte Vernetzung von Geldautomaten und Auszahlungsstellen auf dem gesamten Globus an, um auf diesem Wege neue Kunden zu gewinnen. Gebühren und Entgelte sind aber wie alle Bankdienstleistungen von der Umsatzsteuer befreit, weshalb die 2007 anstehende Mehrwertsteuererhöhung auf diesen Markt keinen Einfluss hat.
Mehr Einfluss auf Gehaltskonten haben viel eher Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die regelmäßig die Leitzinsen in Anpassung und zur Regulierung der konjunkturellen Entwicklung verändern und somit auch die Zinssätze von Überziehungskrediten auf dem Girokonto, Geldanlagen und Ratenkrediten beeinflussen.
Stand: 05.03.2008